Terra.saison Leberblümchen-Blühbarometer
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Aktuell: Die Blüte steht kurz vor dem Höhepunkt – an sonnigen Tagen lohnt sich der Besuch!

Ein lila Blütenteppich auf kargem Winterboden


Inmitten des NATURSCHUTZGEBIET JAKOBSBERG kommt es im zeitigen Frühjahr, wenn die Wälder noch laublos sind, zu einem besonderen Naturschauspiel: es beginnt die kurze aber prächtige Blüte des Leberblümchens (Anemone hepatica oder auch Hepatica nobilis). Mehr als 1 Million dieser wärmeliebenden Pflanzen finden in dem nährstoffreichen Eichen-Hainbuchen-Niederwald so ideale Lebensbedingungen vor, dass sie für etwa 3 Wochen den kargen Waldboden mit Ihren hellblauen bis tiefvioletten Blütensternen erleuchten. Dabei blüht die einzelne Pflanze sogar nur eine Woche!

Schon bei einer ersten Begutachtung des Gebietes um den Jakobsberg durch den damaligen Bezirksbeauftragten für Naturschutz im Jahre 1939 wurde die besondere Existenz des Leberblümchens erwähnt und auf dessen Gefährdung durch Blumenhändler und Pflanzenräuber hingewiesen. Aufgrund des Massenvorkommens wird das Naturschutzgebiet Jakobsberg im Volksmund auch nur “Leberblümchenberg“ genannt.

Der Frühblüher kommt in Deutschland im Tiefland nur östlich der Weser, im Alpenvorland und in den Alpen bis 1500 Meter vor. Auch auf dem Weg hinauf zum berühmten Schloss Neuschwanstein findet man die seltene Blume. Aufgrund dieser Seltenheit ist das Leberblümchen eine durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Pflanzenart, deren Pflücken oder Ausgraben streng verboten ist. Die Bezeichnung der Pflanze erklärt sich mit der dreilappigen Form der lederartigen Blätter, die mit etwas Phantasie an die Gestalt einer menschlichen Leber erinnert.

Nur gucken, nicht anfassen: Als Mitglied der Familie der Hahnenfußgewächse ist das Leberblümchen zumindest als frische Pflanze allerdings auch als schwach giftig zu bezeichnen. Der Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten kann zu Rötungen, Juckreiz oder auch zu Blasenbildung führen.
Das Leberblümchen verfügt über keinen Nektar, hat aber eine wichtige Funktion als Pollenlieferant für Bienen, Käfer und Schwebfliegen. Die Verbreitung der Samen wiederum übernehmen Ameisen, die darin Nährstoffe finden.

Für einen Ausflug zu den Leberblümchen sollte man sich unbedingt einen sonnigen Tag aussuchen, denn die Blüten öffnen sich nur bei Sonneneinstrahlung. Selbst auf dem Höhepunkt der Blütezeit schließen sich die Blüten bei Regenwetter und auch am Abend.

UNSER TIPP:

Im Verlaufe des Jahres 2019 wird der „Leberblümchenweg“ als neuer Wanderweg, stilecht mit passendem Markierungszeichen, die Besucher entlang der Leberblümchenvorkommen durch das Naturschutzgebiet führen. Bereits jetzt kann man sich aber wunderbar, ausgehend von dem Parkplatz an der urigen GASTSTÄTTE FRIEDRICHSHÖHE, auf dem noch aktuellen WANDERWEG A2 im Rahmen einer rund 2 Kilometer langen Wanderung an der Blüte der seltenen Pflanze erfreuen. Besonders wichtig ist dabei, dass man die vorhandenen Wege zum Schutz des Leberblümchens nicht verlässt.

Zur Blütezeit des von der Loki-Schmidt-Stiftung zur “Blume des Jahres 2013“ gekürten Leberblümchens bieten die STEINHAGENER STADTFÜHRER eine besondere Themenführung an, bei der auch die anderen Frühblüher am Jakobsberg fachkundig vorgestellt werden.

 


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